Auftragseingang im Bau sinkt im Juli: Was dünnere Auftragsbücher im Büro bedeuten

Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im Juli 2026 um 9,2 % gegenüber dem Vormonat gesunken. Das klingt nach Einbruch, ist aber allein noch keiner, und für Ihr Büro zählt sowieso eine andere Zahl. Die Frage vorweg: Wie viele Ihrer Angebote der letzten drei Monate sind noch offen, und wann hat zuletzt jemand bei ihnen nachgefragt? Wer das nicht in fünf Minuten beantworten kann, hat ein Problem, das unabhängig von jeder Statistik da ist.

Was das Statistische Bundesamt gemeldet hat

Am 25. September 2026 hat Destatis die Juli-Zahlen veröffentlicht (Pressemitteilung Nr. 338). Real, saison- und kalenderbereinigt lag der Auftragseingang 9,2 % unter dem Vormonat, im Hochbau bei minus 8,4 %, im Tiefbau bei minus 10,0 %. Gegenüber dem Juli 2025 ist es ein Minus von 1,9 %. Nominal, also ohne Preisbereinigung, liegt der Auftragseingang 2,7 % über dem Vorjahr.

Zugleich stieg der Umsatz: real um 4,6 %, nominal um 9,4 % auf 12,1 Milliarden Euro. Die Betriebe arbeiten also noch ab, was in den Monaten davor bestellt wurde. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes fasst es so zusammen, die Auftragsbücher würden dünner und die Lage bleibe fragil.

Warum ein Monat kein Trend ist

Destatis selbst nennt den Dreimonatsvergleich die weniger schwankende Größe. Und der sieht anders aus: Von Mai bis Juli lag der Auftragseingang 2,7 % über den drei Monaten davor. Bei genauerem Hinsehen teilt sich das Bild aber. Der Tiefbau liegt im Dreimonatsvergleich bei plus 7,6 %, der Hochbau bei minus 2,7 %. Wer überwiegend im Hochbau, im Wohnungsbau oder in der Sanierung arbeitet, sieht also eher die schwächere Seite.

Noch eine Einschränkung, die in Schlagzeilen selten steht: Die Statistik erfasst nur Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen. Ein Malerbetrieb mit acht Leuten oder ein Planungsbüro mit zwölf kommt darin nicht vor. Ihr eigener Auftragseingang kann sich also ganz anders entwickeln als diese Zahlen.

Was heißt das für Ihr Büro?

Eine Bundesstatistik sagt nichts über Ihre Baustellen. Sie ist trotzdem ein guter Anlass, den eigenen Vorlauf anzusehen. Denn wenn Aufträge knapper werden, entscheidet sich im Büro, ob aus Angeboten Aufträge werden. Dazu gehört auch das, was in der Hektik zuerst untergeht: das Nachfassen.

Drei einfache Fragen, ohne Software beantwortbar:

  • Wie viele Angebote sind aktuell offen, und wie alt ist das älteste?
  • Bei wie vielen davon hat jemand nach dem Versand noch einmal nachgefragt?
  • Wer im Büro fühlt sich dafür zuständig?

Eine belastbare Zahl dazu, wie viel Nachfassen im Schnitt bringt, kenne ich nicht, und ich möchte Ihnen keine erfinden. Prüfen können Sie es aber selbst: Halten Sie vier Wochen lang fest, wie viele der nachgefassten Angebote zum Auftrag geworden sind und wie viele nicht.

Wo KI dabei helfen kann und wo nicht

KI baut Ihnen keine Aufträge herbei. Sie kann aber beim Papier drumherum Zeit holen:

  • Offene Angebote auflisten. Aus Ihrem Postfach und Ihrer Ablage eine Liste ziehen: Angebot, Datum, Ansprechperson, Stand. Das ist Fleißarbeit, die niemand gern macht.
  • Nachfass-Entwurf vorbereiten. Ein kurzer, höflicher Text, der auf das konkrete Angebot Bezug nimmt. Abschicken tut ein Mensch, und der Ton bleibt Ihrer.
  • Angebot schneller schreiben. Wenn Angebote schneller rausgehen, kommen Sie im Wettbewerb früher an. Wie das aus dem Leistungsverzeichnis heraus funktioniert, steht auf der Seite zum Angebot aus dem Leistungsverzeichnis.

Was KI nicht kann: entscheiden, welchen Kunden Sie anrufen sollten statt anzuschreiben, und ob ein Angebot überhaupt zu Ihrem Betrieb passt. Das bleibt Ihre Einschätzung. Warum Genehmigungen steigen und trotzdem nicht jedes Angebot zum Auftrag wird, steht im Artikel zu den Baugenehmigungen und dem Büro.

Zwei Wege, das anzugehen

Weg eins: selbst machen. Eine Woche Strichliste über die offenen Angebote, ein fester Termin pro Woche zum Nachfassen, ein Standardtext als Vorlage. Das kostet nur Disziplin.

Weg zwei: mit Begleitung. Wenn Sie wissen wollen, an welcher Stelle in Ihrem Büro Zeit verloren geht und wo KI wirklich hilft, lässt sich das an Ihren echten Abläufen durchgehen. Diese Beratung ist für viele BAFA-förderfähig. In den meisten neuen Bundesländern zahlen Sie rund 700 € statt 3.500 €, die Förderabwicklung läuft über gelistete Partner. Eine Bewilligungsgarantie gibt es nicht, und die Richtlinie gilt nach heutigem Stand bis zum 31.12.2026. Wer 80 % bekommt und wer 50 %, steht auf der Seite BAFA-geförderte KI-Beratung im Bau, regionale Details etwa unter KI-Beratung Bau in Sachsen.

Ob Weg eins reicht, klärt man am besten in einem kurzen Gespräch, und die Antwort darf auch lauten: Das schaffen Sie allein. Mehr dazu auf der Startseite.


Quellen:

  • Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2026: -9,2 % zum Vormonat, Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 338, https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/09/PD26_338_441.html (25.09.2026, abgerufen 28.09.2026)
  • Aufträge im Bauhauptgewerbe gehen zurück, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) via Presseportal, https://www.presseportal.de/pm/33001/6358855 (25.09.2026, abgerufen 28.09.2026)
  • Unternehmensberatung, BAFA, https://www.bafa.de/DE/Wirtschaft/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung_node.html (Geltungsdauer der Förderrichtlinie bis 31.12.2026, Angabe wie auf /bafa-ki-beratung-bau.html)

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